Kleines Lexikon der Fachbegriffe
Abschnittsgraben
Abschnittsbefestigung
Wehrbau zum Schutz eines Verteidigungsabschnittes
Abschnittsburg
Eine Anlage, die durch mehrere quer zur Hauptachse liegende Verteidigungslinien in voneinander unabhängige Abschnitte geteilt ist.
Burganlage mit mehreren selbständig befestigten Bereichen, die durch Gräben voneinander getrennt sind.
Graben, der die einzelnen Teile einer Abschnittsburg trennt.
Dem Abschnittswall vorgelagerter Graben.
Abschnittswall
Früh- oder vorgeschichtliche Wallanlage zur Abriegelung einer Bergnase
Abtritt
Abort, auch Heimlichkeit genannt, ein nach unten offener Aborterker an Außenwänden
von Gebäuden und Wehrmauern oder ein in dicken Mauern ausgesparter Raum mit schräg
abgehendem Schacht.
Afterlehen
Lehnsfreier Eigenbesitz adliger Familien.
Allodialgut
Allod, Allodium, Freies Eigen im Gegensatz zum Leheneigentum.
Altan
Ein von Säulen, Pfeilern oder Mauern gestützer, offener oder überdachter Söller bzw. Balkon.
Amtmann
Persion, die die Vogteirechte der Herrsacft wahrnimmt. Fungiert als Burgherr und beaufsichtigt die
Verwaltung des Amtes. Der Amtmann ist oft auch oberster Gerichtsherr.
Angstloch
Deckenöffnung eines Verlieses, meist in Bergfrieden, seltener in Wohntürmen.
Ansedel
siehe Ansitz
Ansitz
Ein Gut (Hof) mit besonderer rechtlicher Stellung. Baulich kommt dies durch Repräsentations- und Wehrelemente zur Geltung, z.B. durch ein erhöhtes Herrenhaus und durch Wassergräben.
arx (lat.)
im Mittelalter poetischer Ausdruck für "Burg"
Attika
Schlichte oder plastisch ausgestaltete oder auch mit Skulpturen bestellte, das dahinter liegende
Dach verbergende, niederige Schmuckwand über dem Hauptgesims von Gebäuden.
Ausfallpforte
Heimlicher Ausgang zum überraschenden Angriff auf Belagerer.
Angstloch
Öffnung oder Falltür über dem Verlies (Gefängnis), das sich meist im Untergeschoss
des Bergfrieds befand.
Ansitz
Leicht befestigtes Adelswohnhaus von burgen- oder schlossähnlichem Charakter.
Außenwerk
Der Ringmauer vorgelagerte Verteidigungsanlagen.
Auslucht
Erkerartiger, auf dem Boden ansetzender ein- oder mehrgeschossiger Vorbau.
Backstein
Gebrannter Lehm, Ziegel.
Balkenlöcher
Löcher im Mauerwerk, Spuren des Baugerüstes oder von Deckenbalkenlagen.
Ballei
Verwaltungsbezirk des Deutschen Ordens, der mehrere Kommenden umfasste,
auch spätma Bezeichnung für Burghof (eigentlich umpfählter Ort, auch Bollwerk)
Balme
Schweizerischer Ausdruck für Grotte, Höhle, auch Bezeichnung Loch gebräuchlich.
Barbakane
Vorwerk zum Schutz eines Tores.
Barock
Stil der europäischen Kunst von etwa 1600 (für die deutschen Gebiete erst ab 1650) bis 1750, in Bayern von 1600 bis 1730, von portugiesisch barocco = schiefrund, ungleich.
Batterieturm
Meist mehrgeschossiger halbrunder Turm zur Aufstellung von Pulvergeschützen.
Bauernburg
Refugium einer Dorfgemeinschaft, gelegentlich zur Notzeit errichtete Wallburg oder feste Ringmauer mit angebauten oder im Innenraum aufgestellten Speichern (Gaden)
Bauernkrieg
Bauernerhebung gegen ungerechte Besteuerung und Unterdrückung 1524/25.
Bauhof
Meier- oder Wirtschaftshof zur Vorsorgung einer Burg oder eines Schlosses, zumeist der Burg oder dem Schloss vorgelagert.
Belagerungsburg
Eigens zu Belagerungszwecken errichtete Burg, auch Trutz- oder Gegenburg genannt.
Belvedere
Hochgelegener Gebäudeteil mit schöner Aussicht, Aussichtspunkt in Parkanlagen, Name von Lustschlössern.
Bering
Der Mauerring um eine Burg (Ringmauer, Umfassungsmauer).
Beständner
Pächter, Mieter. Zu vielen Schlössern oder Herrensitzen gehörten kleine Nebenhäuser, deren Wohnungen vermietet wurden.
Blende
In der Mauer zurückgesetztes Feld, das FÜr Fenster und Türen ausgespart wurde.
Blide
Mittelhochdeutsch für eine Steinschleuder mit bis zu 400 m Schussweite.
Bogenfries
Fries aus aneinandergereihten Bögen.
Bossenquader
Buckelquader ohne Randschlag.
Bruchsteinmauerwerk
Mauerwerk aus rohen Natursteinen.
Brustwehr
Oberer Abschluss der Ringmauer.
Buckelquader
Steinquader mit kissenförmigem Wulst zur Außenseite, besonders im staufischen 13
.Jahrhundert beliebt.
Burg
im Mittelalter der befestigte Wohnsitz eines adligen Herrn. Seit dem 15. und 16.Jahrhundert wird gleichbedeutend mit Burg auch Schloss verwendet.
Burgfrieden
Befriedeter Bezirk in und um eine Burg, in welchem Fride und Sicherheit von der Herrschaft garantiert und bei Bruch bestraft wurde.
Burggraf
Befehlshaber einer größeren landesherrlichen Burg, dem auch die Gerichtsbarkeit in deren Gebiet übertragen war.
Burghof
Innerer Raum des Berings.
Burghut
Kommando über eine Burg, durch Ministerialen im Auftrag des Territorialherrn ausgeübt.
Burglehen
Vom Burgherren vergebene Pfründe für Dienstleistungen, zumeist für Beihilfe zur Verteidigung der Burg.
Burgmann
Der die Burghut ausübende Adlige.
Burgscheidel
siehe Burgstall
Burgschädel
siehe Burgstall
Burgschloss
Bezeichnung für (spät-)gotische Profanbauten, bei welchen die Wehrfunktion gegenüber der herrschaftlichen
Repräsentation, der Verwaltungs- und Wohnfunktion zurücktritt.
Burgsess
siehe Burgsitz
Burgsitz
Ritterhäuser auf dem Dorf oder in der Stadt sowie Kleinburg, auch Burgsess genannt.
Burgstadel
auch kleinere Burg oder Burgruine
Burgstall
1.) Bezeichnung für eine zerstörte, in Ruinen liegende Burg
2.) in Bau befindliche Burg, die erst durch Türme und Mauern befestigt werden muß
3.) Bezeichnung für einen Burgplatz ohne Mauerreste, auch Burgscheidel oder Burgschädel genannt.
Burgus
Römischer Wartturm
Burgvogt
Herrschaftlicher Amtmann auf der Burg.
Burgwall
Bezeichnung einer vor- oder frühgeschichtlichen Burg (Ringwall), deren zerstörte Mauer in Form eines Walles erscheint.
Butterfassturm
Bergfriedform, Rundturm, dessen Obergeschosse einen erheblich geringeren Durchmesser haben
als das Untergeschoss.
castellum (lat.)
Im Mittelalter allgemeine Bezeichnung für "Burg".
castrum (lat.)
Bezeichnung für befestigtes römisches Standlager, im Mittelalter für Burg bzw. befestigte Stadt gebräuclich
Corps de logis
Haupttrakt einer (meist barocken) Dreiflügelanlage.
Cour d'honneur
Der von drei Flügeln umschlossene Ehrenhof eines barocken Schlosses.
curtis (lat.)
Fränkischer Königshof (curtis regalis) oder Wirtschaftshof
Dachreiter
Türmchen über dem Dachstuhl.
Dagobertstürme
Merowingische Burgtürme in Süddeutschland.
Deutscher Orden
1190/98 nach den Templern und Johannitern als dritter großer Kreuzritterorden im Heiligen Land gegründet.
Deutschordensburg
Burg des Deutschen Ritterordens zur Sicherung der eroberten Gebiete.
Dienstmann
Unterste Stufe des Ritterstandes, ursprünglich meist unfreie Personen, die durch Empfang
eines auf Lebenszeit beschränkten Lehens einem ranghöheren Adligen dienstbar waren.
Dienstmannenburg
Burg, die einem Dienstmann oder Ministerialen von seinem Herren verliehen wurde.
Dirnitz
Türnitz, Dürnitz, Bezeichnung für ein kleines, beheizbares Wohngemach oder kleinen, selbständigen
Wohnbau in der Burg.
Domäne
Die dem Staat bzw. früher dem Landesherrn gehörenden Landgüter, wurden gewöhnlich verpachtet; ihre Erträge machten bis ins 19. Jh. einen erheblichen Teil der gesamten Staatseinnahmen aus; wenige heute noch vorhandenen Staatsgüter dienen als Versuchsgüter.
Donjon
Hauptturm der Burg, französische Bezeichnung, im Gegensatz zum Bergfried meist bedeutend größer. Er vereint Wehr-, Wohn-, Repräsentations- und Wirtschaftsfunktionen.
Doppelburg
zwei selbständige Burganlagen, zu einer Verteidigungseinheit zusammengefasst.
Doppelkapelle
Burgkapelle in zwei Geschossen übereinander, die durch eine Öffnung in der Zwischendecke miteinander verbunden sind. Geschosse für Herrschaft und Gefolge.
Dorfburg
Dorfedelsitz, gelegentlich einfacher Hof
Dynastenburg
Burg, die vorwiegend einem Herrschergeschlecht als Stüztpunkt und Verwaltungssitz dient.
Eckquader
Sorgfältige Kantensetzung bei Bruchsteinmauerwerk, auch Bruchstein ornamental im Quaderbau.
Edelknecht
Ritterbürtiger, noch nicht zum Ritter Geschlagener.
Edelmannsitz
siehe Ansitz
Edelsitz
siehe Ansitz
Eigenleute
Unfreie Zinsbauern, Leibeigene.
Empore
Zwischengeschoss.
Englischer Garten
Im Gegensatz zur geometrischen Barockanlage hat der englische Garten einen Landschaftscharakter.
Erdstall
Unterirdischer, aus dem Boden herausgearbeiteter Fluchtort mit erweiterten Kammern, Belüftungsrohren und Lichtnischen, zum Beispiel bei Hausbergen.
Erdwall
prähistorische Schutzanlage
Fehde
Regulierte kriegerische Auseinandersetzung zwischen Adeligen.
Felsenburg
Burg, die natürliche Felsformationen in ihren Bau miteinbezieht (Kellerräume, ausgehauene Räume).
Feste
siehe Veste
Festes Haus
1.) mittelalterliche Bezeichnung für einen einfachen, schwach befestigten Adelssitz
2.) Burg ohne Bergfried
3.) Kleiner befestigter Wohnsitz eines Adligen ohne Hoheitsrechte und der keinen Bergfried errichten durfte.
Festung
Wehranlage ausschließlich für militärische Zwecke
Wehranlage zur Aufnahme einer kasernierten Truppe für die Verteidigung eines bestimmten Gebietes.
Fischgrätenverband
Mauerwerk mit fischgrätenartig formiteren Steinlagen (opus spicatum).
Flankierungsturm
Halbrunder oder auch eckiger aus der Ringmauer hervortretender Turm (auch Eckturm).
Fliehburg
Zufluchtsort einer Orts- oder Gebietsgemeinschaftin Kriegszeiten,
durch Graben,.Wall und Palisaden geschützt
Fluchtburg
siehe Fliehburg
Freisasse
Besitzer eines Freigutes (Freihof), eines Landgutes, das frei von öffentlichen oder grundherrlichen Abgaben bzw. Diensten war.
Fronhof
der einem Grundherrn gehörige Hof, sein Verwalter hatte ihn zu bewirtschaften und war gleichzeitig mit der Aufsicht der zu diesem Fronhof verband gehörigen Höfe beauftragt.
Fürst
Zum Hochadel gehörender geistlicher oder weltlichter Landesherr. Steht rangmäßig zwischen Graf und Herzog.
Fürstenburg
Wehrbau als Residenz eines regierenden Fürsten, meist zugleich wichtiger Punkt der Landesverteidigung.
Futtermauer
Steinverkleidung der Böschungen von Wällen und Gräben, auch Schutzmauer gegen abbröckelndes Gestein.
Gaden
Abgeschlossener Raum oder Stockwerk einer Burg oder Wehrkirche, diente in Notzeiten der Unterbringung
von Menschen und Vieh.
Galerie
Einseitig geöffneter Laufgang.
Ganerbenburg
Burg, in der mehrere, meist verwandte Besitzer - die sogenannten Ganerben - in verschiedenen, mitunter sogar zusätzlich befestigten Wohnbauten (innerhalb des Burgbezirks) untergebracht sind
Galerie
Langgestreckter Raum.
Ganerben
Miterben, welche ihrErbe gemeinsam nutzten und nicht untereinander teilten.
Dies konnte auch durch Kauf unter Nichtverwandten geschehen.
Ganerbenburg
Burg einer ritterlichen Erbengemeinschaft.
Gaupe
Dachhäuschen, kleines Giebelfenster mit Walmdach.
Gebück
Dichte Hecke im Vorfeld der eigentlichen Befestigungsanlagen als erstes Hindernis.
Gesäß
siehe Ansitz
Geschlechterturm
Patrizierturm, städtischer wehrfähiger Wohnturm adeliger Geschlechter.
Gesims
Vorspringender Wandabschluss.
Gipfelburg
Höhenburg, Burg mit Standort am Gipfel eines Berges oder Felsens.
Gotik
Periode der Baukunst von ca. 1300 bis 1500, in Bayern von 1230 bis 1500.
Graf
Aus dem althochdeutschen grafio = Befehlender; ihm oblag die Verwaltung der Grafschaft, er saß zu Gericht, urteilte über schwere Verbrechen und zog an der Spitze eines militärischen Aufgebotes in den Kampf.
Graft
Der breite Wassergraben niederdeutscher Wasserburgen.
Grenzbefestigung
in Gebirgstälern, Klausen, Sperrmauern, gelegentlich mit Torbauten und Türmen. Auch Sperren in Verbindung mit einer Höhenburg als Zollstätte.
Grenzburg
Peripher gelegene Burg in einem Besitz- oder Herrschaftskomplex.
Grundherr
Großgrundbesitzer im Mittelalter und in der Neuzeit bis ins 19.jh., der seinen Boden an Bauern (Grundholden) vergibt und dafür Abgagen und Dienstleistungen erhält.
Gut
Größeres Unternehmen, das vom Besitzer oder von einem Angestellten (Gutsinspektor) mit nicht familieneigenen Lohnarbeitskräften bewirtschaftet wird. (Bertelsmann Lexikon, Band 9; 24 Bände; Verlagshaus Stuttgart, 1997)
Gutshöfe sind marktorientierte, landwirtschaftliche Großbetriebe mit geschlossener Nutzfläche von mindestens 100 ha. (Ellenberg 1990, Seite 184)
Gutshaus
Die Wohnhäuser der Gutsbesitzer bzw. der Gutsverwalter werden als Guts- oder Herrenhäuser bezeichnet. Pirang (1926-1930, Bd. 1, 25) stellt fest, dass die Bezeichnungen "Gutshaus", "Herrenhaus" und "Schloß" im allgemeinen Sprachgebrauch nicht festgelegt sind. Als "Gutshaus" gilt häufig ein bescheidenes Wohnhaus,... (Abts, Carola; "Die Güter der Insel Rügen und ihre Gärten"; TU Berlin; 1998)
Halbturm
Nach außen vorspringender Schalenturm, der nach innen offen ist.
Hals
Enge Stelle eines Bergrückens vor einer Burg
Halsgraben
Natürliche oder zumeist künstliche geschaffene Vertiefung, welche eine Burg in Spornlage
vom restlichen Berg trennte.
Hanggraben
In die künstlich abgesteilte Böschung gelegter, umlaufender Ringgraben.
Haspel
Aufzug, Seilwinde über dem Angstloch des Bergfrieds.
Hausberg
künstlicher Burghügel, Motte
Hausrandburg
siehe Randhausburg
Hausrandlage
Anordnung von Wohn- und Verwaltungsbauten um einen Burghof, bei dem deren Außenmauern den Bering bilden.
Heimfallrecht
Rückfall eines, meist durch Tod des Lehensnehmers, erledigten Lehens an den Lehensherrn.
Heinrichsburg
Wehrbau aus der Zeit Heinrichs I.
Helmdach
Turmdach, pyramiden- oder kegelförmig, steil.
Herrenhaus
Der Begriff "Herrenhaus" wird meist für reicher gestaltete, architektonisch anspruchsvolle Wohngebäude verwendet. ... "Das Herrenhaus hingegen hat nicht nur politische, sondern auch ökonomische Aufgaben zu erfüllen. Es war Mittelpunkt eines mehr oder weniger großen Gutsbezirkes, ... .Nicht wenige Räume des Hauses dienten wirtschaftlichen Zwecken, ..." (Pilz/ Grabe; 1987, 13). Hirschfeld (1935, 23) stellt als wesentlich für die Unterscheidung zwischen "Schloß" und "Herrenhaus" heraus, dass "...das Herrenhaus weder in der Wirklichkeit noch in der Betrachtung von seiner baulichen Umgebung getrennt werden..." darf.
Eine strenge Differenzierung zwischen Guts- und Herrenhaus ist schwierig, deshalb empfiehlt Pirang (1926-1930, Bd. 1, 25) "...die einheitliche Bezeichnung Herrenhaus" für alle Erscheinungsformen dieser Gebäudegattung als Sammelnamen... (Abts, Carola; "Die Güter der Insel Rügen und ihre Gärten"; TU Berlin; 1998
)
Historismus
Auf vorangegangene Stile zurückgreifende Kunstepoche des 19.Jhs. zwischen Klassizismus und Jugendstil.
Hochwarte
siehe Warte
Hofmark
Meist eine bayerische Sonderform der Grundherrschaft.
Hofmarksschloss
Verwaltungsmittelpunkt einer Hofmark, architektonisch trägt es symbolhaft die Zeichen der Edelmannsfreiheit:
Abgehobene Lage, Wassergräben, Torturm, Zinnen und Schießscharten.
Höhenburg
Auf einem Berg bzw. Berghang gelegen Burg. Gegensatz: Tiefburg
Hochburg
Bei Wasserburgen Bezeichnung für die Kernburg
Hoher Mantel
siehe Schildmauer
Höhlenburg
Burg, die natürliche Höhlen oder überhängende Felswände durch eine nach außen abschließende Wehrmauer als Wohnraum gestaltet.
Hurde
Nach außen vorkragender hölzerner Verteidigungsgang.
Inselburg
Burg auf einer natürlichen oder künstlich angelegten Insel.
Joch
Gleichartiges Gewölbeelement, häufig vom Grundmaß der Vierung bestimmt.
Kammer
Schlaf-, auch Vorratsraum, Stube.
Kammertor
Torform früh- oder frühgeschichtlicher Wallburgen, die durch Einziehen der Wallenden
nach innen gebildet wurde.
Kannelierung
Oberflächengestaltung einer Säule oder eines Pfeilers durch schmale, senkrechte Vertiefungen, Rillen mit halbkreisförmigen oder halbelliptischen Querschnitten.
Kapitell
Das räumlich stärker hervortretende, meist bildhauerisch bearbeitete Zwischenstück zwischen Säule, Pfeiler oder Pilaster
und der durch diese getragene Last.
Karolingische Zeit
Zeit der Karolinger, herrschende Dynastie von 751-911.
Karwan
Zeughaus (Waffenkammer) auf Ordensritterburgen.
Kastell
1.) Römisches Militärlager
2.) Burg mit regelmäßigem rechteckigen Grundriß
Kastellan
Im Mittelalter der Burgvogt, der Kommandant einer Burg.
Kasten
Speicherbau des süddeutschen Bauernhofes, meist besonders sorgfältig gefügtes, zweigeschossiges freistehendes Bauwerk zur Aufbewahrung des Saatgutes und sonstiger wertvoller Habe, kann Wehrcharakter tragen.
Kastenamt
Ämter, die die Einnahmen und Ausgaben eines Amtsbezirks verwalteten. Der Name leitet sich vom Getreidekasten her, in dem die Naturallieferungen aufbewahrt wurden.
Keep
Siehe Donjon.
Keller
Beamter, zumeist in der Pfalz, der die Naturalabgaben eines Amtes verwaltete (von lat. cellarius).
Kellhof
Klösterlicher Fronhof, der von einem sogenannten Keller bewirtschaftet wurde.
Kemenate
Beheizbarer Raum, auch Bezeichnung für Frauengemächer einer Burg.
Kernwerk
Kernburg, der innere, von Vorburgen abgeteilte und erhöhte, vom Burgbesitzer bewohnte
Teil einer frühhochmittelalterlichen Burganlage.
Kirchenburg
Kirche deren Umfeld (Friedhof) durch Ringmauer befestigt ist.
Klassizismus
Von klassisch-antiken Vorbildern ausgehende Stilrichtung, Höhepunkt zwischen etwa 1770 und 1830/40.
Klause
(lat. clausum 'Verschluss') Durch eine Burg oder Wehrmauer gesicherte Engstelle in Gebirgstälern.
Tal- und Wegsperren, meist reine Zoll- und Wehrbauten, im Alpengebiet "Leite oder "Letze"
Klosterburg
Zu einem Kloster umgewandelte Burg,, bzw. befestigtes Kloster.
Kommende
Niederlassung des Deutschen Ordens, an deren Spitze ein Komtur stand.
Komturei
Sitz oder Verwaltungsbezirk eines Ritterordens.
Königshof
karolingisch-fränkischer Gutshof als Verwaltungsmittelpunkt königlichen Besitzes, in Süddeutschland unbefestigt, in Norddeutschland teilweise wehrhaft ausgebaut.
Kragstein
Behauener Stein, der vor die Außenmauer ragte, um einen Erker oder den Wehrgang zu tragen.
Kreuzfahrerburgen
Burgen der Kreuzritter in Syrien, Palästina und auf Rhodos.
Kreuzscharte
Kreuzförmige Schießscharte für Armbrustschützen (spätes 13.-15.Jh.).
Krüppelwalmdach
Der Giebel eines Gebäudes wird im oberen Giebelspitz durch ein Dach ersetzt.
Kugelscharte
Schießscharte, bei der die Handfeuerwaffe durch eine bewegliche hölzerne Kugel gesteckt wird.
Kunkeladel
Von der Muttter her stammender Adel,und Lehensbesitz, der sich auf Frauen vererbt.
Landesburg
Hauptort der Wehrorganisation eines Bereiches, meist Sitz eines Grafen, Sammelpunkt des Heerbannes.
Landtafel
Grundbuch aller adeligen und kirchlichen, also keiner Grundherrschaft unterworfenen Güter, in Oberösterreich 1754 eingerichtet..
Landwehr
Sicherung eines Gebietes durch Graben und Wall mit Palisaden oder Hecken.
Laterne
Turm- oder Kuppelaufsatz in Form einer monumentalen Laterne.
Lehen
Landbesitz und Burgbesitz mit Amtsbefugnis als Entgelt für eine Dienstleistung,
meist Wehrdienst. Zunächst persönlich vergeben auf Lebenszeit, später erblich und vielfach in Eigenbesitz (Allod)
übergehend.
Lehensburg
Burg die zu Lehen gegeben wurde
Leibung
Die Seitenflächen einer Fenster- oder Portalöffnung, die senkrecht in die Wand geschniten sind.
Leite
siehe Klause
Letze
siehe Klause
Lisene
Schmaler, flacher Mauerstreifen als senkrechtes Gliederungselement.
Loch
siehe Höhlenburg
Loggia
Eine nach außen hin geöffnete Säulenhalle eines Bauwerks.
Lünette
Dekoriertes halbkreisförmiges Feld über einer Wandöffnung.
Lusthaus
siehe Lustschloss
Lustschloss
Das Lustschloss (Lusthaus) stellt eine Sonderform des Schlossbaus dar. Es ist ein intimeres Rückzugsquartier des Regenten im Schlosspark (Lexikon der Kunst"; Band 10; Herder Verlag; 1989)
Mannsloch
Kleiner Eingang im Burgtor, der nur einer Person den Durchgang ermöglichte.
Mansarde
Abgeknicktes Dach, unterer Teil steiler als der obere, gewonnener Raum ebenfalls Mansarde genannt, Nutzung für Wohnzwecke. Benannt nach dem Franzosen Jules Hardouin Mansart.
Mantelbau
Schutzbau am Untergeschoss des Bergfrieds.
Mantelmauer
Sehr hohe, meist die ganze Burg umschliessende Mauer, an die die Burggebäude angefügt sind, meist bei kleineren
Burgen ohne Turm.
Mark
Militärisch organisierter Grenzbezirk unter dem Kommando eines Markgrafen, auch die gemeinschaftlich genutzte Allmende einer Siedlungsgemeinschaft.
Marstall
Gebäude für die Pferdehaltung.
Mauerabsatz
Begehbarer Mauerrücksprung.
Mauerbogen
Über Felsspalten, Substruktion von Burgmauern bei beschränktem Bauplatz auf Felsplateau.
Maulscharte
Maulartig erweiterte Schießscharte für Handfeuerwaffen, meist mit kammerartiger Vorwölbung im Inneren.
Mediatisierung
Überführung weltlicher Herrschaften und Besitzungen in die Gewalt des Landesherrn, in Bayern vor allem durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803.
Meierhof
Landwirtschaftliches Anwesen zur Versorgung der Burgbewohner.
Mezzanin
Halb- oder Zwischengeschoss.
Ministeriale
Ein Dienstmann, der zu der untersten Stufe des Adels gehörte, die ursprünglich unfrei
war und eine Lehensverbindung eingegangen war.
Bezeichnung für Beamte in karolingischer Zeit.
Mittelrisalit
Aus der Flucht des Baukörpers hervorspringender Bauteil, der häufig höher ist und ein eigenes Dach trägt.
Motte
Früher Burgentyp eines Wohnturms auf künstlichem Hügel
Munt
Schutzherrschaft eines Hausherrn über seine Familie sowie des Lehens- und Grundherrn
über seine Vasallen und Grundholden.
Mushaus
Nebengebäude einer Burg, meist Küchen- oder Wirtschaftsgebäude, auch Speicherhaus.
Netzgewölbe
Gewölbe, bei dem sich die Rippen mehrfach kreuzen und ein netzartiges Muster bilden.
Niederburg
Tiefburg
Ochsenauge
Fenster, kreis- oder ellipsenförmig, vorwiegend im Barock.
Oculus
Rundfenster
offenes Haus
Burg unter Öffnungsrecht.
Öffnungsrecht
Vertraglich zugesicherter Zugang zu einer Burg.
Oppidum
Im Mittelalter Bezeichnung vorwiegend für Stadt, vereinzelt auch für Burg.
Orangerie
Teil barocker Schloss- und Parkanlagen, ursprünglich für die Überwinterung der während
des Sommers im Freien aufgestellten Orangenbäume und anderer südlicher Gewächse.
Ordensburg
Burgen des Deutschen Ritterordens, vornehmlich in Preußen und Livland; vierflügelige Anlagen mit einem Innenhof, geschützt durch starke Befestigungen; gemeinsame Unterbringung von Kloster, Garnison und Verwaltung
Ottonische Zeit
Zeit der Ottonen, herrschende Dynastie von 950-1024
Palas
Hauptwohngebäude der Burg, oft als mehrgeschossiger Repräsentativbau mit beheizbarem Saal.
Palisade
Schutzwand aus aneinandergereihten, obe zugespitzten und in den Boden gerammten Holzpfählen.
Pechnase
Gusserker, im Spätmittelalter eher zur symbolhaften Darstellung der adeligen Wehrhaftigkeit angebracht.
Pfalz
Im Anfang unbefestigte Residenz deutscher Könige und Kaiser
Pfleger
Höchster Beamter mit der Aufgabe, für Sicherheit und Verteidigung der Burg zu sorgen.
Pomerium
Der Kernanlage zugeordneter umwehrter Vorraum des fränkischen Königshofes.
Poterne
Unterirdischer Gang mit kleinem Tor für mögliche Ausfälle, auch schmaler Seitenausgang aus
der Ring- oder Zwingermauer.
Profanbau
Weltliches Bauwerk (Burg, Schloss, Bürgerhaus) im Gegensatz zum Sakralbau (Kirche, Kloster).
Pultdach
Dach, einseitig abgeschrägt.
Quadermauerwerk
Mauerwerk aus behauenen Steinblöcken.
Randhausburg
Burg, deren Umfassungsmauer von Gebäuden gebildet wird, die einen Hof umschließen
Rautenfenster
Fenster in Form eines schiefwinkligen Parallelogramms, dessen vier Seiten einander gleich sind.
Refugien
Zufluchtstätten in Kriegsnot, Wall- oder Fliehburgen, meist nicht dauerhaft bewohnt.
Reichslehen
Vom Kaiser verliehenes Lehen aus Reichsgut, verbunden mit Hoheitsrechten.
Remter
Deutscher Ausdruck für den Speisesaal (Refektorium) eines Klosters oder einer Ordensburg.
Renaissance
Stil der europäischen Kunst von etwa 1420 bis um 1600, für die deutschen Gebiete von etwa 1520 bis etwa 1650).
Ringgraben
Nass wesentliche Sicherung der Wasserburg, trocken umgeschliessendes Hindernis um eine Höhenburg.
Ringmauer
Bering, die ganze Burg umgebende wehrhafte Mauer.
Ringwall
Vor- oder frühgeschichtliche kreisförmige Bergbefestigung
Risalit
Zur Gliederung einer Wandfläche meist zentral, aber auch symmetrisch seitlich schwach vortretende
Fassadenteile.
Rittergut
siehe Ansitz
An den Besitz eines Rittergutes waren ursprünglich "Ritterleistungen" gebunden, im Gegenzug genossen die Besitzer eine Reihe von Privilegien (z.B. Steuerfreiheit, Jagdrecht, Gerichtsbarkeit, u.a.). Der Besitz war bis ins 19. Jahrhundert Adligen vorbehalten (Meyers Konservations- Lexikon; 1888-1890; Band 13, Seite 857).
Rittersaal
Saalartig gestalteter Hauptwohnraum der Burg
Rondell
Turmartige, runde Verstärkungsbauten der Zeit von etwa 1450-1700
Rotunde
Rundbau
Rüstlöcher
Im Mauerwerk ausgesparte Löcher zum Einstecken der Balken eines Baugerüsts.
Saalhof
Vornehmster Bau eines Königshofes.
Säkularisation
Überführung von Bistum- oder Klosterbesitz in landesfürstlichen Besitz, in Deutschland während der Reformationszeit
und 1802/03.
Satellitenburg
Schutzburg in näheren Bereich einer Stammburg des Hochadels mit rechtlicher Zuordnung.
Meist kleinere Wohnburg eines Ministerialen.
Schalenturm
Halbturm, zur Burgseite offener Mauerturm.
Scharte
Schlitzartige Maueröffnung.
Scharwachtturm
Aussichts- und Beobachtungsturm auf Mauerecken.
Schenkelmauer
Verbindungsmauer, z.B. von einer Stadtmauer zu einer höhergelegenen Burg.
Schildmauer
Hoher Mauerbau zwischen Türmen und Naturfelsen zur Deckung der gesamten Angrifssseite einer Burg, nicht um Bauerke herumgelegt.
Schildmauerburg
Anlage, bei der die Angriffseite durch eine hohe Schild- oder Mantelmauer als wesentlichem Bestandteil der Burg geschützt ist.
Schlackenwall
Holz-Stein-Mauern, in welcher nach Vernichtung durch Brand die Steine verschlackt und zu einem formlosen Wall verstürzt sind.
Schlitzscharte
Längliche Aussparung im Mauerwerk, eventuell mit kammerartiger Vorwölbung.
Schloss
Der meist unbewehrte, vor allem der Repräsentation dienende Wohnsitz eines Fürsten oder adeligen Herrn
Ein "repräsentativer Wohn- und meist auch Regierungssitz weltlicher und geistlicher Landesherren und der Hocharistokratie; war in der Neuzeit bis ins späte 18.Jh. in der europäischen Kunst die Leitform der Architektur. ... Meist ist es in seiner Ausdehnung stadtbildprägend oder landschaftsbeherrschend ausgebildet. "Das Schloss war Sitz höchster Würdenträger".
Das Schloss der Neuzeit entwickelte sich aus der mittelalterlichen Burg. Deren Befestigungssysteme (Wassergräben, Festungsmauern, Wehrtürme, etc.) wurden durch das Aufkommen neuer Waffentechnik nutzlos und deshalb entfernt oder verändert. (z.B. Auffüllen der wassergräben). Es entwickelte sich ein weitläufiger und offener Schlossgrundriss.
Zum Ende des 18. und im 19.Jh wandelte sich das Schloss zum rein privaten Wohngebäude.
Zentrale Bestandteile der Schlossarchitektur sind:
- zahlreiche Binnenhöfe
- seit dem 17. Jh. der große Ehrenhof (Cour d' honneur), der an drei Seiten von Flügelbauten umgeben ist
- großzügige Freitreppen
- das mittlere Haupthaus (Corps de Logis), es enthält (seit dem 17. Jh. ein oder mehrere Vestibüle, den ebenerdigen Gartensaal (Sala terrena), über dem sich meist ein oder mehrere große Säle befinden, sowie repräsentativ gestaltete Treppenanlagen ("Lexikon der Kunst"; Band 10; Herder Verlag; 1989)
Schnecke
Wendeltreppe.
Schüttkasten
Getreidespeicher.
Schwungrute
Hebebaum einer Zugbrücke.
Selde
Kleingut
Sedelhof
Ansitz, ritterlicher Gutshof, der dem Lehensherrn auf Anforderung ein gesatteltes Pferd stellen mußte.
Sinwellturm
Rundturm
Sippenburg
siehe Ganerbenburg
Sohlgraben
Graben mit U-Profil im Gegensatz zum Spitzgraben
Söller
Vom Boden aus gestützter balkonartiger Ausbau am Obergeschoss eines Gebäudes.
Spitzbogen
Bogenform der Gotik.
Spitzgraben
Graben mit einem v-förmigen Profilschnitt.
Sporn
Bergnase
Spornanlage
Burg auf Bergnase.
Spornburg
Burg auf einer Bergnase
Stammburg
(Namensgebende) Hauptburg eines Adelshauses (auch Stammsitz).
Steinzange
Hebewerkzeug für Steinblöcke.
Supraporte
Wandfeld über einer Tür mit plastischen oder gemalten Dekorationen.
Tabor
Feldbefestigung, ursprünglich mit Wällen umgebenes Lager der Hussiten, gelegentlich mit Steintüremn an den Ecken, später in Österreich und auf dem Balkan kastellartiger Burgtyp, auch befestigter Friedhof und Kirchenburg
Tiefburg
auf ebenem Gelände errichtete Burg. Gegensatz: Höhenburg
andere Bezeichnung für eine Wasserburg
Tonnengewölbe
Gewölbe, das einer Tonne gleicht, die in der Längsrichtung durchschnitten wird.
Torbalken
Balken zur Absperrung der Torflügel.
Torhalle
Erdgeschoss bzw. Durchfahrt des Torturmes.
Traidkasten
Getreidekasten, Speicherbau für die Einlagerung der Naturalabgaben der Untertan, auf landesherrlichen
Residenzen meist massiv gebaute und eingewölbte Bauten.
Trutzburg
Burganlage gegen eine andere Burg
Turmburg
Einfache Burg, bestehend aus einem wehrhaften Wohnturm, Ringmauer und Graben.
Sonderform: Turmhügelburg
Wehrhafter Wohnturm mit Ringmauer und Umfassungsmauer
Turmhügelburg
Früher Bautyp einer Burg in Form eines Turmbau auf gewachsenem Hügel
Ungarnrefugien
Während der 1.Hälfte des 10.Jh. planmäßig angelegte Fluchtburgen für die umwohnende Bevölkerung
gegen die Einfälle der Magyaren (volkstümlich 'Hunnen').
Urbar
Besitzerverzeichnis der großen Grundherrn im Mittelalter. Verzeichnet sind auch die Abgaben und Dienste der Bauern.
Urbare sind wie die Raitbücher sehr wichtige mittelalterliche Quellen.
Urbargut
Ein im herrschaftlichen Urbar verzeichnetes Gut.
urbs (lat.)
befestigte Siedlung mit besonderem Recht (Markt-, Stadtrecht),
auch Bezeichnung für Burg
Veste
Feste, im 14.Jahrhundert Begriff für Burg, seit dem 16.Jahrhundert ist Schloss die alleinige Bezeichnung für Burg.
Festung, im Mittelalter auch Bezeichnung für Burg
Vogelherd
Anlage zum Fangen von Vögeln auf Erdhügeln oder Waldlichtungen, bestehend aus Fangnetzen, Futterplätzen und
versteckten kleinen Hütten für die Vogelfänger.
Vogt
Im Mittelalter Inhaber einer Schutzherrschaft, die konnte eine Kirchenvogtei oder eine weltliche
Vogtei sein.
Voitenhaus
Auch Vogthaus. Wohnung des Voiten, Vogtes, der als Vertreter des Herren Verwaltungsaufgaben wahrnahm.
Volksburg
siehe Fliehburg
meist vorgeschichtliche Wehranlage zur Bergung einer größeren Gemeinschaft. Im Mittelalter in der Form der Kirchen- und Bauernburgen, in Österreich Tabore
Volute
Schneckenförmiges Schmuckelement.
Vorburg
Der Hauptburg vorgelagerte bzw. mit dieser durch Zwinger verbundene Anlage zur Verteidigung und
Bewirtschaftung der Burg.
Vorwerk
Von einem Landgut abgeteiltes Gut mit eigenen Wirtschaftsgebäuden
(Bertelsmann Lexikon, Band 23; 24 Bände; Verlagshaus Stuttgart, 1997)
Da sich die großen landwirtschaftlichen Nutzflächen oft günstiger von mehreren Standorten aus bewirtschaften ließen, ... wurden häufig Vorwerke angelegt, von denen aus Teile des Gutsbezirkes bewirtschaftet wurden. Später entwickelten sich die Vorwerke oft zu selbständigen Gütern. Sie hatten in der Regel eine eigene Betriebsleitung und wurden unabhängig vom Hauptgut verpachtet.
(Abts, Carola; "Die Güter der Insel Rügen und ihre Gärten"; TU Berlin; 1998)
Wale
abgegangene Burg bzw. Adelssitz. bei dem nur noch der Kernhügel, gegebenenfalls mit Umfassungsgraben und Außnwall, vorahnden war.
Im 16.Jhdt. hat Wale die gleiche Bedeutung wie Burgstall
Wall
Erdwall, geformte Aufschüttung von Erde, die aus dem Ausheben eines Grabens entstanden ist.
Wallburg
Vorgeschichtliche und frühmittelalterliche Großburg als Herrschaftsmittelpunkt und Refugium für einen bestimmten Gau.
Warte
Nicht dauernd bewohnter befestigter Spähpunkt im Sichtumfeld der Burg.
meist einzelstehender Beobachtungsturm innerhalb der Burg oder im Vorgelände.
Wasserburg
durch umgebendes Wasser (Burggraben u.a.) geschützte Burg
Burg deren Hauptschutz durch Flußlauf, Teiche oder Gräben gebildet wird
Wasserhaus
siehe Wasserburg
Wehrgang
Verteidigungsgang auf einer Wehrmauer, oft überdacht.
Wehrkirche
Kirche, bei der das Kirchenschiff und/oder der Turm mit Verteidigungsanlagen versehen ist.
Wehrspeicher
siehe Gaden
Weiherhaus
Festes Haus, Edelsitz auf einer kleinen Insel in einem Teich
Wellenbaum
Seilwinde.
Welsche Haube
Mehrfach geschweifte Turmhaube.
Wendelstein
Vorgebauter oder in ein Bauwerk teilweise einbezogener Treppenturm mit Wendeltreppe.
Weserrenaissance
Norddeutsche Weiterentwicklung der Renaissance in der Zeit von ca. 1520-1620. Die Weserrenaissance
erstreckt sich geographisch auf das Gebiet der Weser von Hannoversch Münden bis Bremen.
Wiekhaus
Kleiner hausartiger Auslug auf der Stadtmauer, meist für den Wärter bestimmt.
Wimperg
Gotischer Ziergiebel über Tür- und Fensteröffnungen.
Windladen
Äußerer Wetterschutz aus Brettern an den Fenstern.
Wohnburg
Hauptsächlich zu Wohnzwecken verwendete Burg
Wohnturm
Turmhaus, Turmburg. Mehrstöckiges Profanbauwerk des hohen Mittelalters, das in sich die WOhnfunktion
des Hauses und die Wehrfunktion des Turmes vereinigt. Im Gegensatz zum Bergfried dauerhaft
bewohnbar und beheizbar.
Wüstung
Abgegangene Siedlung.
Zangenlöcher
Vertiefungen an Quadern zum Festhalten mit der Bauzange.
Zeughaus
Gebäude, in dem Kriegsgerät aufbewahrt wird.
Zingel
Bering oder Ringmauer der Burg im Mittelalter.
Zinnen
Zahnartige Mauerelemente, die als Brustwehr dienten und Burggebäude sowie Wehrmauern bekrönten.
Zisterne
Wasserbehälter zum Auffangen und Sammeln von Regenwasser (aus lat. cista=Kiste), meist unterirdisch.
Zungenburg
Burg auf einer Bergzunge als natürliche Bergform, vom Hinterland meist durch einen Halsgraben abgetrennt.
Zwerchhaus
Quer zur Dachrichtung stehendes, manchmal mehrstöckiges Dachhäuschen, beliebte Dachzier der Renaissance.
Zwingburg
Volkstümlicher Ausdruck für Burg einer Fremdherrschaft
Zwinger
Zwischen den Mauern einer Befestigungsanlage befindliche Zwischenfläche und-räume, die der Abhaltung bzw.
Verzögerung feindlicher Angriffe dienten.
Zyklopenmauerwerk
Mauerwerk mit eingestreuten großen, unregelmäßigen Steinblöcken.